ELR-Ausschreibung 2018

05.06.2018

Land fördert verstärkt Wohnbau im Ortskern

Das Land Baden-Württemberg bietet auch im Jahr 2019 wieder ein breites Förderangebot, um die allgemeine Dorfentwicklung und die Wirtschaftskraft im Ländlichen Raum zu unterstützen. Die neue Landesregierung hat dabei den Focus wiederum auf die Erneuerung der Ortskerne des vergangenen Jahrhunderts gelegt.
Einbezogen in die Fördermaßnahmen werden auch die Siedlungsflächen aus den 1960er-Jahren, sofern diese mit dem Ortskern zusammengewachsen sind und einen entsprechenden Entwicklungsbedarf nachweisen.
Strukturförderung heißt Lebensqualität erhalten und verbessern. Gefördert werden Projekte, die lebendige Ortskerne erhalten, die zeitgemäßes Leben und Wohnen ermöglichen, die eine wohnortnahe Versorgung sichern sowie zukunftsfähige Arbeitsplätze schaffen. Dabei ist die aktive Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern und die interkommunale Zusammenarbeit von besonderer Bedeutung. Projektträger und Zuwendungsempfangende können neben den Kommunen beispielsweise auch Vereine, Unternehmen und Privatpersonen sein.
Vielfach ist in den Ortskernen ein immer größer werdender Bestand von älteren, nicht mehr genutzten Gebäuden zu verzeichnen. Baufällige Schuppen und leerstehende Häuser beeinträchtigen das Ortsbild. Sie tragen mittelfristig zu einer Verödung der Ortskerne bei. Um diese Entwicklung aufzuhalten, müssen leer stehende oder ungenutzte Gebäude aktiviert und zu zeitgemäßen Wohn-, Büro- oder Gewerbeflächen umgenutzt werden. Um die Innenentwicklung deutlicher voranzubringen, werden für den Förderschwerpunkt "Innenentwicklung/Wohnen" etwa die Hälfte der zur Verfügung stehenden Fördermittel eingesetzt.
ELR


Was bleibt gleich?
• Innen- und Ortskernentwicklung haben weiterhin zentrale Bedeutung.
• Besonders im Fokus stehen innerörtliche Nachverdichtungen (Umnutzungen, Aufstockungen, Baulückenschlüsse).
• Etwa die Hälfte der Fördermittel werden für den Förderschwerpunkt Innenentwicklung/Wohnen eigesetzt.
• Im Mietwohnungsbau Konzentration auf Bestandsgebäude: Förderung der Modernisierung von Mietwohnungen, Schaffung von Mietwohnungen durch Umnutzung leerstehender Gebäude; jedoch keine Neubauförderung auf zuvor unbebauter Fläche.
• Förderung von Wohnbauprojekten auch in Siedlungen der 1960er Jahre, wenn diese mit der historischen Ortsmitte zusammengewachsen sind und Entwicklungsbedarf besteht.
• Stärkung der Grundversorgung durch Förderung von Dorfgasthäusern, Dorfläden, Metzgereien und Bäckereien sowie von
• Güter und Dienstleistungen des täglichen bis wöchentlichen Bedarfs.
• Erhöhung des Fördersatzes von 40 % auf bis zu 75 % beim unrentierlichen Mehraufwand bei Projekten der kommunalen Flächenaktivierung

Was ändert sich?
• Förderzuschlag von 5 %-Punkten für Projekte, die der CO2- Speicherung dienen. Förderansatz wird auf alle Förderschwerpunkte ausgedehnt. Kein Nachweis mehr von innovativen Holzbaulösungen bei Wohnbauprojekten. 

• Gemeinschaftseinrichtungen können nur gefördert werden, wenn sie der Innen- und Ortskernentwicklung dienen. Konzentration der Förderung auf Bestandsgebäude. Maximal 500.000 € pro Projekt, sofern nicht Förderzuschlag zur CO2-Speicherung greift.
• Hinweise zur Förderung von EFRE-Innovationsinfrastrukturen.

Wo liegen die Förderschwerpunkte?
• Wohnen:
Erhaltung und Stärkung der Ortskerne insbesondere durch
- Umnutzung vorhandener Bausubstanz,
- Maßnahmen zur Erreichung zeitgemäßer Wohnverhältnisse (umfassende Modernisierung),
- innerörtliche Nachverdichtung (ortsbildgerechte Neubauten in Baulücken),
- Verbesserung des Wohnumfelds, Entflechtung unverträglicher Gemengelagen und Neuordnung mit Baureifmachung von Grundstücken.

• Grundversorgung:
Sicherung der wohnortnahen Grundversorgung mit Waren und Dienstleistungen.

• Arbeiten:
Unterstützung von kleinen und mittleren Unternehmen zum Erhalt der dezentralen Wirtschaftsstruktur sowie zur Sicherung und Schaffung von zukunftsfähigen Arbeitsplätzen vor allem in Verbindung mit der Entflechtung unverträglicher Gemengelagen, der Reaktivierung von Gewerbe- und Militärbrachen, einschließlich vorbereitender Maßnahmen wie Baureifmachung von Grundstücken und die dazu notwendige innere Erschließung von Gewerbegebieten.


• Gemeinschaftseinrichtungen:
Schaffung und Anpassung von Gemeinbedarfseinrichtungen. Im Fokus stehen die Anpassung und die grundlegende Modernisierung bestehender Einrichtungen.

Wie wichtig ist die Nachhaltigkeit bei der Förderung?
Der Einsatz nachhaltiger Baustoffe spielt vor dem Hintergrund der Verknappung der endlichen Ressourcen sowie dem Klimaschutz eine wichtige Rolle bei der Förderung. Wer überwiegend nachwachsende, CO2 bindende Baustoffe einsetzt, erhält einen sog. CO2-Speicherzuschlag. Darüber hinaus führen Energieeinsparung, verbesserte Energieeffizienz, die Verwendung erneuerbarer Energien oder die Anwendung ressourcenschonender Bauweisen bei privaten Projekten zu einem Fördervorrang und sind für kommunale Projekte Fördervoraussetzung.

Wer und was ist förderfähig?
Förderfähig sind sowohl durch den Antragsteller oder Verwandte ersten und zweiten Grades eigengenutzte Wohnungen (Umnutzung, Modernisierung und Neubau) als auch Mietwohnungen zur Fremdvermietung (Umnutzung und Modernisierung). Projekte im Bestand, die ausschließlich Mietwohnungen oder neben eigengenutzten Wohnungen mehr als eine Mietwohnung enthalten, sind beihilferechtlich als „marktrelevant“ zu betrachten. Eine Förderung ist nur unter den Vorgaben der Verordnung (EU) Nr. 651/2014 nach Nr. 6.3.3 ELR möglich. Weiterhin nicht zuwendungsfähig sind Mietwohnungen zur Fremdvermietung in Neubauvorhaben (Nr. 5.4 ELR), d.h. die nicht durch Umnutzung bestehender Bausubstanz entstehen.

Förderzuschlag bei CO2-Speicherung
Mit dem ELR sollen zudem bioökonomiebasierte Bauweisen gefördert werden. Dazu zählt die Anwendung ressourcenschonender, CO2 bindender Baustoffe wie Holz. Zukünftig erhalten alle ELR-Projekte, die überwiegend nachwachsende Rohstoffe als Baustoff einsetzen - in der Regel dürfte das vor allem Holz sein -, einen um 5 %Punkte erhöhten Fördersatz.

Förderschwerpunkt „Arbeiten“
Im Förderschwerpunkt Arbeiten sollen vorrangig Projekte unterstützt werden, die zur Entflechtung störender Gemengelagen im Ortskern beitragen, zum Beispiel die Verlagerung eines emissionsstarken Betriebs in das nahegelegene Gewerbegebiet. Die frei werdende innerörtliche Fläche kann dann anschließend einer nachbarschaftsverträglichen Nachnutzung zugeführt werden.

Förderhöhe:
Bei Umnutzung leerstehender Bausubstanz im Förderschwerpunkt (Wohnen) ist die Förderung auf maximal 50.000 Euro pro neu entstehende Wohnung begrenzt.
Bei umfassenden Modernisierungen und bei ortsbildgerechten Neubauten im Förderschwerpunkt Nr. (Wohnen) ist die Förderung auf maximal 20.000 Euro pro Wohnung begrenzt.
Zur Bestimmung der exakten Förderhöhe ist eine Einzelberatung erforderlich.

ELR-Antragsfrist 31.08.2018:
Die Anträge sind über die Gemeinde Hohentengen zu stellen. Die Unterlagen sind fristgemäß und vollständig einzureichen. Die Antragsfrist ist am 31.08.2018. Da die Antragsunterlagen mit Projektbeschreibung, Plänen und Kostenschätzung sorgfältig vorbereitet werden müssen, bitten wir interessierte Bauherren, sich zeitnah mit der Gemeindeverwaltung bzw. dem Wirtschaftsförderer in Verbindung zu setzen!
ELR







Beratung: 

Haben Sie Fragen zur Förderung, zur Architektur, Gestaltung, Abbruch, Neubau, Sanierung, Modernisierung oder zur Energetik Ihres Gebäudes? Im Zuge des aktuellen Innenentwicklungsprozesses werden interessierte Bauherren im Auftrag der Gemeinde durch folgende Fachbüros beraten:

Architektur- und Stadtplanungsbüro Roland Groß sowie Büro Leitz, Verwaltung & Wirtschaft (Wirtschaftsförderung der Gemeinde Hohentengen), Energieagentur Sigmaringen (Kostenbeitrag 20,-€)
Kontakt, Auskünfte und Anmeldung zur Beratung:

Wirtschaftsförderer Alexander Leitz, Tel. 07371/961109
E-Mail: leitz@verwaltung-wirtschaft.de

Hauptamtsleiter Alexander Bea, Tel. 07572/7602-25
E-Mail: bea@hohentengen-online.de

Weitere Informationen zum ELR-Programm mit offizieller Programmausschreibung und Verwaltungsvorschrift des Ministeriums Ländlicher Raum >>> HIER 


innen gewinnen



Kontakt

Gemeinde Hohentengen
Beizkofer Straße 57
88367 Hohentengen

(07572) 7602-0
info@hohentengen-online.de

Vier Länderregion Bodensee

© 2018 Gemeinde Hohentengen | neue partner - kommunikation & marketing

Diese Webseite verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Datenschutzinformationen