Gemeinderat fasst Grundsatzbeschluss zur Innenentwicklung

10.04.2015

Aus der öffentlichen Gemeinderatssitzung vom 01.04.2015

Bereits bei der Klausurtagung des Gemeinderats Ende 2014 war das Thema „Innenentwicklung“ mit hoher Priorität bewertet worden und im Januar 2015 beauftragte der Gemeinderat das Büro Leitz Verwaltung+Wirtschaft damit, geeignete Förderprogramme für die Innenentwicklung zu erschließen.
Die Vorbereitung und die möglichen Förderprogramme wurden mehrfach in einem kleinen Arbeitskreis besprochen, zu dem auch die Herren Gemeinderäte Mayer, Gruber, und Stöckler gehörten, die als Paten für das Thema Innenentwicklung bestimmt worden waren. Wirtschaftsförderer Alexander Leitz stellte das ausgearbeitete Konzept in der Sitzung vor.
Unabhängig vom Willen der Gemeinde, sich vorrangig auf die Innenentwicklung zu konzentrieren gehen die politischen Vorgaben von Bund und Land immer stärker in die Richtung Ressourcen zu schonen und den Flächenverbrauch „auf der grünen Wiese“ einzudämmen. Ziel der Bundesregierung ist den jährlichen Flächenverbrauch bis zum Jahr 2020 bundesweit auf 30 Hektar pro Tag zu reduzieren. Aktuell werden rund 70 Hektar pro Tag im Außenbereich verbaut. In den 1990er Jahren waren es noch 120. Studien belegen, dass es für die Gemeinden in Zukunft ohne Innenentwicklung immer schwerer wird die gesamte Infrastruktur bei weniger Einwohnern zu unterhalten. Dadurch steigt die Kostenbelastung für den einzelnen Einwohner, was wiederum zu sinkender Attraktivität der Gemeinde führt.
Ziel der Gemeinde sollte es sein, in den nächsten Jahren eine ausreichende Dynamik in die Ortskerne zu bringen, um Flächen im Außenbereich zu schonen, den Innenbereich zu modernisieren und Baulücken schließen. Die bisherige Dorfentwicklung erfolgte auf Grundlage von städtebaulichen Plänen sowie auf Einzelmaßnahmen privater Bauherren. Eine erfolgreiche Innenentwicklung mit ausreichend Potenzial gelingt in Zukunft jedoch nur, wenn für weitere Themenbereiche Lösungen gefunden werden und mit der städtebaulichen Planung konzeptionell verzahnt werden.
Es müssen also zum städtebaulichen Konzept weitere elementare Bereiche gelöst werden, um eine langfristig wirksame Innenentwicklung mit attraktiven Teilorten zu erreichen: Energie & Klimaschutz, Eigentümerkonzept, Senioren & Familie, Mobilität und Hochwasserschutz.
Das Konzept soll für die Göge Lösungen aufzeigen, um die Attraktivität der Ortschaften zu erhalten bzw. zu steigern. Im Rahmen des Gemeindeentwicklungskonzepts sollen folgende Themen bearbeitet werden: eine Demografieanalyse der Gemeinde, Flächenerhebung, Flächenpotenziale, Baulücken-/Leerstandskataster, Quartierbildung, städtebauliche Vorschläge und Entwürfe. Alle Bereiche werden zusammen aus der Bürgerschaft, mit der Bürgerschaft und für die Bürgerschaft in einer breit angelegten Beteiligung erarbeitet. Herr Leitz prägte das Konzept des „3D-Dorfes“, welches die Entwicklung der Ortskerne in drei Dimensionen realisiert: 1. Gebäude, 2. Menschen, 3. Aktionen.
Für das Gesamtkonzept werden Kosten in Höhe von ca. 70.000 Euro veranschlagt. Zur Realisierung ist die Gemeinde auf Fördergelder des Landes angewiesen. Im Landesprogramm „Flächen gewinnen durch Innenentwicklung“ werden für solche Konzepte 50% Zuschuss gewährt. Die Gemeinde stellt hierfür einen Förderantrag. Nach Entsprechender Freigabe durch das Ministerium soll die Maßnahme möglichst schon im April mit einer Bürgerversammlung beginnen.

Peter Rainer, Bürgermeister

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